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Lehrstuhl und Institut für Wohnbau und Grundlagen
des Entwerfens - Univ.-Prof. ir. Wim van den Bergh

Schinkelstrasse 1, 52062 Aachen
T: +49 241 8095009,
mail@wohnbau.arch.rwth-aachen.de

Impressum

Das architektonische 'Inter-face' zwischen 'Öffentlich' und 'Privat'

Grundlagen des Entwerfens I

Forschungsübung

Mittwochs 12.15-13.45 Uhr, HK2

Termine

Mi. 19.10.2016
Mi. 26.10.2016
Mi. 02.11.2016
Mi. 09.11.2016
Mi. 16.11.2016
Mi. 23.11.2016
Mi. 07.12.2016
Mi. 21.12.2016
Mi. 11.01.2017
Mi. 18.01.2017
Mi. 25.01.2017
Mi. 01.02.2017
Mi. 08.02.2017 Abgabe Forschungsübung GdE, bis 11.00 Uhr im Untergeschoss des Reiff Museums

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Aufgabe

Vorlesung:

Korrespondierend zu den Übungen im Modul ,Einführung in das Entwerfen‘ und
der ,Vorlesung Grundlagen des Entwerfens I‘ (Wohnbau), soll die Übung Wohnbau zur
analytischen Betrachtung des 'Inter-faces' zwischen dem eher öffentlichen Stadt-/
Aussenraum und dem eher privaten Wohn-/ Innenraum führen.
Es soll die architektonische Nuancierung des 'Zwischen' (oder 'Inter-') von
öffentlichem Stadtraum und privatem Wohnraum untersucht werden.
Die Verflechtung des öffentlichen und privaten Raumes spielt beim Wohnbau immer
eine sehr wichtige Rolle, denn der wohnende Mensch ist nicht nur eine soziale, er
ist auch eine territoriale Kreatur, eine Kreatur, die die Grenzen seines bewohnten
'Raumes', seiner 'Domäne', selber kontrollieren möchte.
Begriffe wie z. B. 'öffentlich' und 'privat', 'aussen' und 'innen', oder auch 'vorne' und
'hinten', werden dabei relativ, denn das vom Menschen erschaffene
architektonische 'Inter-face' dazwischen funktioniert wie eine Art Filter, der eine
kontrollierte und komfortable Erschliessung, Belichtung, Belüftung usw. des
bewohnten Raumes erst möglich macht.
Dieses architektonische 'Inter-face' ist aber nicht nur räumlich-materieller (also
physischer) Art, es geht einher mit anderen (eher geistigen) Kulturphänomenen, die
den bewohnten Innen-/Aussen-Raum ordnen und organisieren, wie z.B. Gesetze,
Rituale, Sitten, Gebräuche und Regeln des Benehmens.
Denken Sie nur an so etwas wie Hausfriedensbruch oder anklopfen/ klingeln, bevor
man eintreten kann oder Füsse abtreten und Händeschütteln.
Wir fokussieren bei dieser Aufgabe unsere wahrnehmenden Sinne und reflektierenden
Gedanken auf die Zone, in der sich Stadtraum und Wohnraum überlappen/
durchdringen in Form der Fassade.
Die Fassade ist das architektonische Element, welches nicht nur den öffentlichen
Stadtraum definiert, sondern diesen auch adressiert, sich also an den öffentlichen
Raum richtet.
Der Begriff Fassade, der heutzutage soviel bedeutet wie Vorderseite, Ansicht, geht über
das französische 'façade' und das italienische 'facciata' und 'faccia', also Vorderseite,
zurück auf die lateinischen Begriffe 'facia' und 'facies', die so viel bedeuten wie
Aufmachung, Gestalt, Aussehen usw.
Womit gleich, neben der Rolle als Filter, eine zweite Rolle dieses 'Inter-faces'
angesprochen ist, nämlich die der Repräsentation.
In diesem Sinne funktioniert dieses 'Inter-face' also auch als eine Art Maske
(Aufmachung, Gestalt, Aussehen) zwischen 'privat' und 'öffentlich' und geht einher
mit einem System von Zeichen, die auf die vorher genannten Kulturphänomene
verweisen.

Ziel der Übung

Diese beiden Rollen des architektonischen 'Inter-faces' (also das ,Was‘, ,Warum‘
und ,Wie‘ des 'Filterns' und des 'Repräsentierens') sollen von den 14 Gruppen
untersucht werden durch:
- das sehr genaue Beobachten der räumlich-materiellen Details/ Zeichen
- das Reflektieren dieser Beobachtungen
- das Notieren dieser Reflexionen.