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Lehrstuhl und Institut für Wohnbau und Grundlagen
des Entwerfens - Univ.-Prof. ir. Wim van den Bergh

Schinkelstrasse 1, 52062 Aachen
T: +49 241 8095009,
mail@wohnbau.arch.rwth-aachen.de

Impressum

https://wohnbau.arch.rwth-aachen.de:443/files/gimgs/th-160_m2-1-belgien.jpg

Adaptation

M2.1 im WS 2017-2018 in Kooperation mit Städtebau als Co-Prüfer
M2.2 im SoSe 2018

Anerkennung M2.1: 15CP

Ergänzendes Modul
Eigenständige Hausarbeit zum Thema Typologie / Handwerk / Material

Anerkennung EM2
3CP

Termine

Betreuung: Dienstags

Ausgabe: 09.10.2017 | 10:00 - 12:00 Uhr, R 311
Exkursion 1: 17.10.2017 | Ostbelgien in die drei Ortschaften
Exkursion 2: 24.10.2017 | In die Ortschaften, Auswahl der Gebäude und Bauaufnahme
Exkursion 3: 31.10.2017 | Lüttich, Austausch der Bauaufnahmen und Modelle mit den Studierenden des Studios "Ruralité"
1. Kolloquium: 13.11.2017 | 10:00 Uhr
Betreuung außerhalb Aachens: 19.12.2017 | Lüttich
2. Kolloquium: 09.01.2018
Abgabekolloquium: 19.02.2018
Externe Präsentation: 24.02.2018 | Präsentation Gebäudebesitzer

Lehrende

Lehrstuhl für Wohnbau und Grundlagen des Entwerfens - Prof. ir. Wim van den Bergh,
Arch. Nathalie Bodarwé MAS ETH HS
Dipl.-Ing. Bauassessor Stefan Krapp

Aufgabe

In unserem M2 im Wintersemester 2017 und Sommersemester 2018 geht es um das Thema „Adaptation“.

Adaptation, aus dem lat. adaptare „anpassen“, bezeichnet Vorgänge der Anpassung welche wir z.B. in der Natur, beim Wetter aber auch in der Evolution als einen stetigen dynamischen Prozess wahrnehmen.
Aber auch in der Architektur sind wir Zeuge einer permanenten Entwicklung des Bestehenden.
Der bekannte französische Philosoph Bruno Latour, brachte dies wie folgt zum Ausdruck:
„Ein Gebäude mag auf den ersten Blick statisch wirken, jedoch weiß der Architekt am besten, dass das Gebäude sich kontinuierlich den Bedürfnissen der Akteure anpassen wird und dass es selten bei einfachen perspektivischen Darstellungen bleibt – ein Gebäude lebt!“

Erst muss ein Gebäude sich den Fertigkeiten aber auch Bedürfnissen der Arbeiter und Handwerker anpassen, anschließend werden die Bewohner das Gebäude zähmen, wie Saint-Exupéry’s kleiner Prinz es so schön festhält, und schließlich wird das Gebäude seine ursprünglichen Bewohner überdauern und neue Nutzer mit neuen Gewohnheiten und Vorlieben willkommen heißen.

In unserem M2 werden wir diese Prozesse untersuchen und lernen wie wir die Gebäude lebendiger, anpassungsfähiger und ggf. auch dem Zeitgeist anpassen können.
Wir entdecken zusammen, die Adaptation in der Architektur!

Was dies für ein Gebäude bedeuten kann, werden wir, in der Praxis, an reellen Objekten, die sehnsüchtig auf kreative Architekten warten, erarbeiten.
Die Architektur sollte fähig sein, sich anzupassen und an neue Gegebenheiten zu gewöhnen, vorausgesetzt man nimmt sich Zeit, sich über das Kommende zu informieren und zu reflektieren.

Der Strukturelle Wandel in ländlichen Regionen ermöglicht es uns, sich diesem Phänomen praktisch zu nähern. Ein demographischer Wechsel der Generationen steht bevor, die digitale Welt flutet die Äcker, Traktoren entwickeln sich zu computergesteuerten Maschinen und die Dorfkerne der Ortschaften sterben langsam aus.

Im Rahmen dieses M2, werden wir uns in die, wie Rem Koolhaas es so schön nennt, „Countryside“ begeben.
Im benachbarten Belgien werden wir zusammen mit den Gebäudeinhabern die Anpassungsfähigkeiten Ihrer Immobilien untersuchen.

Die Ortschaften wurden bereits in einer Studie letztes Semester analysiert und die Bedürfnisse der Bewohner ermittelt, nun geht es darum inwiefern die sich dort befindlichen, zur Verfügung stehenden Gebäude, transformieren lassen, angepasst an die (künftigen) Bedürfnisse der Dorfgemeinschaft.
Das Projekt findet im Rahmen einer Kooperation mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Ostbelgiens sowie in Kooperation mit der Universität von Liège statt.
Wir werden die Studierenden aus Liège einige Male treffen, um uns mit ihnen über die verschiedenen Ansätze die man im Bereich der Adaption verfolgen kann auszutauschen.

Bei der Bedarfsanalyse hat sich herauskristallisiert, dass es zum Beispiel einen Bedarf für Dorfläden, junges Wohnen, Mehrparteienhäuser, altengerechtes Wohnen, oder sogar auch ein Thermalbad in einem ehemaligen Wasserturm gibt.
Die erarbeiteten Ideen reichten von Fitnessscheune, Tonstudio, Musikscheune, Reparaturscheune, Partyscheune oder gar Ausstellungsscheune und Seminarscheune. Wander- oder Radtourismus wie auch Gastrotourismus. Eine Kita oder auch eine Paketstation wurden nachgefragt. Alternative Biolandwirtschaft, Käserei, Ziegenfarm, Honigproduktion sowie andere Start-up Unternehmen warten auf Eure Ideen.

Gemeinsam mit Experten vor Ort, erarbeiten wir für die drei Ortschaften Manderfeld, Elsenborn und Wallerode, Strategien mit denen Gebäude anpassungsfähiger werden können, indem Sie den Bewohner dienen und dennoch ein gewisses Statement hinterlassen
Die Dörfer liegen allesamt eingebettet inmitten einer idyllischen Landschaft mit weiten Ausblicken und die Typologie der Gebäude besteht vor allem, aus verschiedentlich angeordneten Höfen, aus Langhäusern mit einem Wohnkern, Stall und Scheune, aber auch aus neueren Einfamilienhaus sowie einigen größeren Typologien.

Der Lehrstuhl für Städtebau hat bereits verschiedene Phasen und Szenarios aufgezeigt wie im Allgemeinen mit der Entwicklung des Dorfes gestartet werden kann – unser Ziel im M2 ist es uns den bestehenden Gebäuden zu nähern und diesen Evolutionsprozess anzustoßen.

Darüber hinaus geht es aber auch darum zu lernen ein funktionsfähiges und bezahlbares Konzept für die Dorfbewohner zu planen und diesen Entwurf im zweiten Semester von der Bedarfsanalyse bis hin zu einem Finanzierungsmodell, hier in Kooperation mit Frau Prof. Beusker auszuarbeiten. Es wird erwartet, dass einige Ausführungsdetails erarbeitet werden um die Anpassungsfähigkeit vom Handwerker bis zum Besitzer / Bewohner zu erarbeiten.

Bestehende Gebäude neu zu erfinden ist die Aufgabe der Zukunft, und wir wollen euch somit gut auf eure Masterarbeit sowie auf eure Zukunft vorbereiten!