Wohnbau Logo

Lehrstuhl und Institut für Wohnbau und Grundlagen
des Entwerfens - Univ.-Prof. ir. Wim van den Bergh

Schinkelstrasse 1, 52062 Aachen
T: +49 241 8095009,
mail@wohnbau.arch.rwth-aachen.de

Impressum

https://wohnbau.arch.rwth-aachen.de:443/files/gimgs/th-246_WF_Fassade0,2.jpg

Wahlmodul

1/8 NGF - Bauliche Hüllen im Geschosswohnungsbau

Anerkennung: 3CP


Teilnehmer

max. 30 Studierende


Termine

Betreuung: freitags

Ausgabe: Fr, 16.04.2021 | 10h00 | digital via Zoom
Abgabe: Mo, 02.08.2021 | 9h30 | digital via Zoom

Achtung: Aufgrund der Entscheidung des Landes NRW, das Sommersemester 21 als Onlinesemester zu halten, findet die Lehre grundsätzlich online [Videokonferenzen via Zoom] statt. Hierzu werden in RWTHmoodle entsprechende Terminlisten und Links eingerichtet.


Lehrende

Prof. ir Wim van den Bergh
Wjatscheslaw Brum, M. Sc. RWTH Architekt


Aufgabe

Innerhalb des Wahlfachs „1/8 NGF“ werden wir uns mit den baulichen Hüllen des Geschosswohnungsbaus beschäftigen - der Definition einer Grenze zwischen dem Innen und Außen, zwischen der Privatsphäre der Wohnung und der Öffentlichkeit der Stadt. Diese Grenze wird durch die bauliche Hülle mit ihrer trennenden aber auch verbindenden Aufgabe formuliert. Dabei geht es neben den Möglichkeiten der Oberflächengestaltung und der räumlichen Verbindung zum Baukörper auch um die Wechselwirkung mit dem konkreten Kontext sowohl des Ortes als auch der kulturhistorischen Umgebung.

Jedes Bauwerk hat eine dreidimensionale Ausdehnung. Dabei kann die bauliche Hülle entweder als eine dem Baukörper kongruente oder aber kontrastierende Fassade dienen. Sie kann in manchen Fällen zudem als Schaufassade oder als Rückseite eines Gebäudes gedeutet werden. Urbaner Raum und die bauliche Hülle beeinflussen sich gegenseitig. Fassaden stellen Bezüge zur ihrer Umgebung auf und prägen diese signifikant, sodass es auch in einigen Fällen eine politische Ebene annehmen kann.

Verwendete Materialien, Oberflächenbeschaffenheit, Textur, Farben und Formen prägen neben Gliederung und Komposition die Fassade und verweisen auf die dahinterliegenden Räume. Bewegte und bewegliche Elemente, wie beispielsweise oft der Sonnenschutz, ändern das Erscheinungsbild und haben Einfluss auf das Innere und das Äußere eines Gebäudes.

Folglich erfüllt die bauliche Hülle eine Vielzahl an Anforderungen insbesondere beim Geschosswohnungsbau. Der dahinterliegende Wohnraum bedarf einer Privatsphäre und Intimität, Schutz vor der Umgebung, Ausblick aber auch der Öffentlichkeit der Stadt sowie Expressivität, Zugänglichkeit und Kontakt zur Umgebung. Ausblicke sind bekanntlich auch Einblicke und die bauliche Hülle als Grenze hat diesen Anforderungen und Wechselwirkungen gerecht zu werden. Die Auflösung der Wand bis zur totalen Transparenz bedingt außerdem eine Vielfältigkeit und Mehrschichtigkeit dieser Raumgrenze, die ein Filter zwischen dem Innen und Außen ist. Eine Fassade kann vollkommen flächig, reliefartig, geschichtet bis plastisch durchdrungen sein - angefangen beim Sockel mit seinen Zugängen und Erschließungen sowie Applikationen wie beispielsweise Veranden oder Arkaden. In den oberen Geschossen erhält die Raumgrenze durch Austritte oder Fensterlaibungen eine Tiefe.

Aktuelle Fallbeispiele zeigen die Vielfalt an Materialien und konstruktiven Möglichkeiten in Bezug auf gestalterische und komplexe Lösungen. Lässt sich eine Tendenz erkennen? Wie hat das Innere und Äußere Einfluss auf die trennende Grenze? Wo liegt diese Grenze? Spiegelt sich die strukturelle Logik der Fassade im Inneren wieder oder findet dies umgekehrt statt? Welche kulturspezifischen, stilistischen und zeittypischen Hintergründe prägen eine Fassade?