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Lehrstuhl und Institut für Wohnbau und Grundlagen
des Entwerfens - Univ.-Prof. ir. Wim van den Bergh

Schinkelstrasse 1, 52062 Aachen
T: +49 241 8095009,
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Impressum

https://wohnbau.arch.rwth-aachen.de:443/files/gimgs/th-171_PREVI Charles Correa_Copyright Photo_Cristobal Palma.jpg

The Experimental Housing Project | PREVI

Forschungsmodul

Termine

Ausgabe: Montag 16.04.2018 | 11:00 Uhr | R311
Zwischenabgabe: Montag 18.06.2018 | 10:00 Uhr | R311
Abgabe: Montag 06.08.2018 | 10:00 Uhr | R311
Betreuungen: In Absprache, Montags, Dienstags oder Donnerstags

Lehrende

Lehrstuhl für Wohnbau und Grundlagen des Entwerfens - Prof. ir. Wim van den Bergh
M.Sc. Golshan Majlessi

Anerkennung: 3 CP

Thema | Aufgabe

Im kommenden Semester beschäftigen wir uns mit dem Projekt „The Experimental Housing Project PREVI“ in Lima, welches Mitte der 60er Jahre von Peter Land in Zusammenarbeit mit der peruanischen Regierung ins Leben ge- rufen wurde.
In den 50er Jahren entwickelten sich in der peruanischen Hauptstadt Lima vermehrt informelle Siedlungen, bedingt durch den Anstieg der Bewohnerzahl. Um die Problematik dieser informellen Siedlungen zu bewältigen, hatte die Re- gierung 1965 Peter Land als Berater für den sozialen Wohnungsbau engagiert. Peter Land initiiert in Kooperation mit der Regierung, der Nationalbank und den Vereinten Nationen den internationalen Wettbewerb „Poyecto Experimental de Vivienda, PREVI“ bei dem eine Siedlung mit 1500 „low-cost dwellings“ entwickelt werden sollte. Zu diesem Wettbe- werb waren sowohl 13 nationale Architekten als auch 13 internationale Architekten eingeladen, Beispielsweise Aldo van Eyck, Christoph Alexander, Atelier 5, Charles Correa. Im Verlauf des Wettbewerbs wurde die Anzahl der vorerst 1500 Wohneinheiten auf 500 Wohneinheiten reduziert. Die Wettbewerbsvorgaben sowie das städtebauliche Konzept wurden von Peter Land selbst aufgestellt. Unteranderem stellte er als Wettbewerbsaufgabe folgende Prinzipien auf:
Es sollten kostengünstige Häuser für sozialschwache Familien sowie wachsende Hauskonzepte mit integrierten In- nenhöfen entwickelt werden. Die Entwicklung von Vorfertigungsmethoden sollte erprobt werden und die Häuser die zunächst ein- bis zweigeschossig Hoch sind, sollten so konstruktiv konzipiert sein, dass sie in der Lage sind ein drittes Geschoss aufzunehmen.
Heute kann man an den gebauten Entwürfen der Architekten die Wachstumsprozesse erforschen, die über Jahre hinweg von den Bewohnern in Eigenleistung je nach Bedürfnis angepasst wurden. Die ehemals rohen Häuser zeigen Heute, dass ihre vorgedachte Konstruktion eine sehr individuelle Aneignung und Erweiterbarkeit ermöglichen.
Ziel des Forschungsmoduls ist es das Potential von Wohnformen und Konstruktionsweisen zu verdeutlichen, die von Architekten so vorgeplant sind, dass die Bewohner diese ohne großen Aufwand aneignen können.

Methode

Jeder Studierende bekommt ein Projekt zugewiesen, welches im Hinblick des Wandlungsprozesses erforscht wird. Hier- zu soll eine konkrete Analyse der Projekte grundlegende Fragen und Möglichkeiten von sukzessiv erweiterbaren Wohn- formen geklärt werden.
Welche industrielle Vorfertigungsmethode wurde angewandt? Wie wurde das Wachstum des Wohnraums ermöglicht? Und wie war hierbei der zeitliche Ablauf? Wie war der Umgang mit der Parzelle? Und wie war das Verhältnis der Dichte auf diesem? Welche Taktik wurde angewandt, um die Baukosten zu senken? Welche konstruktiven Parameter spielen dabei eine Rolle? Wie viel Infrastruktur ist notwendig? Und welche Rolle spielt der Architekt dabei? Welche Rolle spielen die Bewohner? Und wie viel tragen sie zum Wachstum der Häuser bei?
Im Laufe der Untersuchung versuchen wir die oben genannten grundlegenden Fragen zu beantworten. Dabei wird der Fokus auf die Wachstumsmöglichkeiten und deren konstruktiven, architektonischen Auswirkungen gelegt. Mit Hilfe von 1:1 Modellen, Grundrissen, Schnitten, Detailzeichnungen mit Aussagen zur Konstruktion wollen wir die Intelligenz der Projekte erforschen. Zusätzlich soll zu der zeichnerischen Analyse eine Biographie des jeweiligen Architekten, sowie ein Kurztext verfasst werden, der die wichtigsten Bestandteile eurer Untersuchung beinhaltet. Die Erkenntnisse der For- schung sollen uns helfen eine architektonische Haltung und neue Fragestellungen zu anpassungsfähigen Wohnformen zu defnieren.

Projekte

1. James Stirling | UK
2. Knud Svenssons | Denmark
3. Esquerra-Samper-Saenz-Urdaneta | Columbia
4. Atelier 5 | Switzerland
5. Toivo Korhonen | Finland
6. Charles Correa | India
7. Kikutake-Maki-Kurokawa | Japan
8. Iñiguez de Ozoño-Vazquez de Castro | Spain
9. Hansen-Hartloy | Poland
10. Aldo van Eyck | Holland
11. Candillis-Josic-Woods | France
12. Christopher Alexander | USA