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Lehrstuhl und Institut für Wohnbau und Grundlagen
des Entwerfens - Univ.-Prof. ir. Wim van den Bergh

Schinkelstrasse 1, 52062 Aachen
T: +49 241 8095009,
mail@wohnbau.arch.rwth-aachen.de

Impressum

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Das wachsende Haus

M1

Teilnehmerzahl: 16 Studierende

Termine

Ausgabe: Dienstag 18.04.2017 | 11:00
1. Kolloquium: Montag 22.05.2017 | 09:30 - 13:30
2. Kolloquium: Montag 19.06.2017 | 09:30 - 13:30
3. Kolloquium: Montag 17.07.2017 | 09:30 - 13:30
Endkolloquium: Montag 14.08.2017 | 09:30 - 13:30

Lehrende: Lehrstuhl für Wohnbau und Grundlagen des Entwerfens - Prof. ir. Wim van den Bergh,
Golshan Majlessi, M.Sc.

Aufgabe:

„Der Bedarf jedoch, der durch Wandlung erzeugt wird, wird in einer Krisenzeit wie der
gegenwärtigen stets sehr beachtlichen Umfang annehmen.“

Martin Wagner, 1932 in „Das wachsende Haus“

Unter dem Titel Das wachsende Haus beschäftigen wir uns im kommenden Semester mit
anpassungsfähigen und sukzessiv erweiterbaren Wohnformen, welche sich an die Bedürfnisse der
Bewohner anpassen lassen. Unter der besonderen Betrachtung des Forschungsprojekt „Das
wachsende Haus“, welches 1931 von Martin Wagner ins leben gerufen wurde, wollen wir die
Anpassungsmöglichkeiten im Wohnungsbau im M1 Das wachsende Haus hinter leuchten. Die
Arbeitsgemeinschaft „Das wachsende Haus“, bestand aus „älteren und jüngeren Kollegen“
(Wagner,1932) unter anderem aus: Hans Poelzig, Walter Gropius, Leberecht Migge, Hans Scharoun,
Bruno und Max Taut, Erich Heinicke, Egon Eiermann mit Fritz Jaenecke, Hugo Häring, Erich
Mendelsohn und Martin Wagner. Als Grundlage und Aufgabe unserer Untersuchung im M1 Das
wachsende Haus liegt der vom Berliner Ausstellungs- und Messeamt 1932 ausgelobter Wettbewerb
„Das wachsende Haus“, bei dem 1079 Entwürfe eingingen, sowie die Entwürfe der
Arbeitsgemeinschaft zum wachsenden Haus.
Die Wettbewerbsaufgabe bestand unter anderem darin, Entwürfe für ein Kernhaus mit einer
Wohnfläche von 25m² zu entwickeln, dass den Kostenrahmen von 25000 Reichsmark nicht
überschreiten durfte und sukzessiv durch Anbauten auf eine Nutzfläche von 80m² zu erweitern war.
Und die Konstruktion war so zu wählen, dass mindestens 80% des Hauses in der Werkstatt erstellt
werden konnte. Zusätzlich stellte Wagner folgende Grundvoraussetzungen an das wachsende Haus:

1. Die industrielle Vorfertigung eines Hauskerns
2. Zuwachsmöglichkeiten in kleinsten Konstruktionseinheiten
3. Verbindung der Hausräume mit entsprechenden Freiräumen im Garten
4. Ebenerdigkeit
5. Sparsame Bewirtschaftung
6. Größte Wärmehaltung
7. Funktionelle Serienschaltung der Nutzräume
8. Geringstmögliche Kosten

Doch wie müssten heute die Grundvoraussetzungen an das wachsende Haus definiert sein? Wie
kann man heute noch kostengünstigen und erweiterbaren Wohnraum schaffen? Und wie kann man
hierbei eine hohe städtische Dichte erzeugen? Welche konstruktiven Möglichkeiten gibt es für ein
wachsendes Haus heute?
Ziel des Entwurfs ist es, anhand einer Analyse der Entwürfe der Arbeitsgemeinschaft, ein
anpassungsfähiges Haus zu entwerfen, welches auf die sich ändernden Bedürfnisse der Menschen in
den nächsten Jahrzehnten eingeht. Der Entwurf soll hierbei eine Antwort auf den heutigen Bedarf
an kostengünstigen und anpassungsfähigen Wohnraum in einer Großstadt wie Köln bieten. Der
Entwurf Das wachsende Haus soll exemplarisch als Experiment in der Siedlung am Kalscheurer
Weg Köln entwickelt werden und dabei auf die ortsspezifischen Gegebenheiten eingehen. Ohne sich
bewusst auf diese zu beziehen findet man viele der acht Grundvoraussetzungen von Martin Wagner
an das wachsende Haus in der Siedlung am Kalscheurer Weg wieder. Die zum Teil selbst erbauten
Unterkünfte in der Siedlung zeigen eine prozesshafte Wohnform, die sich über Jahrzehnte an die
sich ändernden Bedürfnisse der Bewohner angepasst hat.